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Wednesday, October 27. 2010
QUOTE: Im März des Jahres [1983] war die mit Geheimdienstkreisen, Regierungsmitgliedern, der Finanzwelt, der Mafia und höchsten kirchlichen Würdenträgern verquickte faschistische Putschloge Propaganda Due (P2) aufgedeckt worden. Der Altfaschist aus Mussolinis Zeiten Licio Gelli hatte die Loge Anfang der 70er Jahre im direkten Auftrag der CIA gegründet. Er bildete ein Dreierdirektorium, in das er den Sozialistenchef Bettino Craxi und den späteren Medientycoon und heute reichsten Kapitalisten des Landes, Silvio Berlusconi, derzeit noch Regierungschef, aufnahm. Anfang der 90er Jahre kam durch Prozesse gegen Wirtschaftskriminelle ans Licht, daß die P2 Korruption und Bestechung im Ausmaß von Milliarden Dollar betrieb. Die Publizisten Giovanni Ruggeri und Mario Guarino enthüllten, daß die Loge das Mediumimperium Berlusconis aufbaute, dessen Forza-Partei initiierte und ebenso den Sozialistenchef Bettino Craxi an die Spitze der Italienischen Sozialistischen Partei (PSI) hievte und sogar als einen neuen »Duce« in Reserve hielt.
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Wednesday, October 27. 2010
QUOTE: (...) Allerdings kam es bei einem Sozialleistungs-Etat für's SGB II (Arbeitslosengeld II) in Höhe von 24 Mrd. Euro im Jahr 2009 zu Überzahlungen in der Größenordnung von 72 Millionen Euro. Hingegen kostet die Steuerhinterziehung, laut OECD, den deutschen Steuerzahler jedes Jahr über 100 Mrd. Euro. Anders gerechnet belastet das jeden einzelnen Deutschen mit gut 1250 EUR im Jahr. Das ist also eine ganz andere Hausnummer und es gibt keinen öffentlichen Aufschrei. Obwohl diejenigen, welche hier betrügen, oftmals sehr reich sind. Auch sind die Zahlen des Sozialmissbrauches ja nicht gestiegen. Die Bundesagentur verweist darauf, dass sie nur mehr Personal zur Prüfung hatte und so mehr Betrugsfälle aufdecken konnte. Hingegen wird in der Steuerverwaltung immer mehr Personal abgebaut und dadurch wird die Steuerhinterziehung auch noch gefördert.
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Tuesday, October 19. 2010
QUOTE: Sie hielt sich für einen vollkommen normalen Menschen. Ihr Entschluß zu sterben hatte zwei einfache Gründe, und sicher würden viele Menschen sie verstehen, wenn sie sie in einer entsprechenden Erklärung darlegte.
Der erste Grund war: Ihr Leben verlief gleichförmig, und wenn die Jugend erst einmal vorbei war, würde es nur noch abwärtsgehen, sie würde altern, krank werden, Freunde verlieren. Letztlich würde Weiterleben nichts bringen, vermutlich nur mehr Leiden.
Der zweite Grund war: Veronika las die Zeitungen, sah fern und wußte, was in der Welt geschah. Nichts war so, wie es sein sollte, und sie konnte nichts dagegen tun. Und das gab ihr das Gefühl vollkommener Ohnmacht. (S.13)
Continue reading "Veronika beschließt zu sterben"
Tuesday, October 19. 2010
QUOTE: Dazu erklärten die Beschuldigten der Gruppe "Spur" im April 1962: "Die merkwürdige Übereinstimmung von Ost und West in den subtilen Mitteln der Unterdrückung nicht-umfaßbarer Elemente wird immer offensichtlicher, womit unsere Überzeugung bestätigt wird, daß der Eiserne Vorhang doch vor allem dazu benutzt wird, verlogene Alternativen zu stellen, damit die Grundproblematiken nicht diskutiert werden müssen. Die heutige Jugend durchschaut instinktiv banale Projektionen und Scheinalternativen." (S.17)
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Wednesday, October 13. 2010
QUOTE: Die heutige Krise geht von den Banken aus. Banken erfinden im Kreditprozess Geld. Wenn man aber Geld aus Luft erfindet und das, was vorher noch nicht existiert hat, verzinst weiter gibt und dinglich absichern lässt, dann ist das, wenn das Geschäftsmodell schief geht, in Wahrheit ein Enteignungsmodell. Das ist auch der Hintergrund des Bankgeheimnisses. Banken können überhaupt nicht offenlegen, wo beispielsweise die Zinsen für Sparbücher, Bausparverträge oder Sonstiges herkommen. Denn wenn sie das täten, müssten sie zugeben, dass das alles in Wirklichkeit verkettete Pyramidenspiele sind.
Aus dem lesenswerten Interview mit Franz Hörmann bei derStandard.at (13. Oktober 2010)
Weiterführend: Wikipedia: Fractional-Reserve Banking
Monday, October 11. 2010
QUOTE: Er war von 1975 bis 1989 Redakteur der pädagogischen Monatszeitschrift Demokratische Erziehung und arbeitet seit 1989 als freier Autor, Berater und Lehrbeauftragter an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln.
Werner Rügemer ist ein Experte auf dem Feld der Banken- und Unternehmenskriminalität. Mit seinen Veröffentlichungen, Vorträgen, Hörfunk-Interviews und gelegentlichen Fernsehauftritten wurde er im deutschsprachigen Raum bekannt. In dem dokumentarischen Kino-Film Let's make money (Regie: Erwin Wagenhofer) erläutert er den Verkauf der Wiener Straßenbahnen im Rahmen eines Cross-Border-Leasing-Vertrages.
Werner Rügemer war vom 5. Mai 2007 bis zum 16. Mai 2009 Vorsitzender von Business Crime Control; er ist Mitglied von Transparency International, der International Gramsci Society, des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di, des P.E.N.-Zentrums Deutschland und des wissenschaftlichen Beirates von attac. (aus: Wikipedia)
Continue reading "Dr. Werner Rügemer über Finanzkrise, Staatschulden, Ratingagenturen, Kölner Klüngel, Middelhoff und Oppenheim"
Wednesday, September 8. 2010
Gerade bei Google Books über Die Bundesrepublik Deutschland: eine Bilanz nach 60 Jahren (2008) gestolpert und quergelesen.
QUOTE: Historiker, Politologen, Ökonomen und Angehörige weiterer Disziplinen schreiben in diesem Werk zu zentralen Aspekten der Geschichte der Bundesrepublik und geben Ausblicke auf die Zukunftsfähigkeit des seit 1990 wiedervereinigten Deutschlands.
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Monday, September 6. 2010
WTF. Haven't seen that one before. Apparently, "publishing companies" are re-copyrighting books scanned by Google, then force Google to take them down - thus aquiring a perfectly scanned copy and the sole right to sell it. Congratulations, nice revenue model!
Wednesday, September 1. 2010
Die Analyse der Hanns-Seidel-Stiftung (CSU) zur Piratenpartei ( Volltext). Wie geil ist das denn!!
Nachfolgend ein paar Zuckerl. Die stehen aber dann wirklich für sich selbst.
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Thursday, August 26. 2010
Wednesday, August 18. 2010
"Es wird hiermit eine neue Weise der Erkenntnisgewinnung vorgeschlagen: Kapitalistik, die Wissenschaft vom Kapitalismus."
Continue reading "Vorbemerkung: Kapitalistik"
Monday, August 9. 2010
Heute erscheint das Buch Bertelsmannrepublik Deutschland, in dem sich Thomas Schuler mit den Machenschaften von Bertelsmann und den Verstrickungen in die Politik beschäftigt. Ein weiterer Baustein auf dem lange überfälligen Weg in die Zerschlagung eines der wesentlichen Macht- und Propagandazentren Deutschlands.
Thomas Schüler hatte auch mit seinem Buch Die Mohns über die Familie Mohn und die Firmengeschichte Bertelsmanns im Jahr 2005 für Aufsehen gesorgt (naja, Interesse in eh schon gebildeten Kreisen...), aber das aktuelle wird hoffentlich noch mehr auf Resonanz stoßen. Schön auch, dass die Bertelsmann-Stiftung so schnell mit ihrer Stellungnahme und einem wunderschönen Interview war.
Continue reading "Stellungnahme zur Bertelsmannrepublik Deutschland"
Thursday, July 15. 2010
QUOTE: Das Verhältnis von Journalist zu Banker ist das von Hund zu Herr, wobei der eine Journalist die Wünsche des Herrn erschnuppert und man dem andern ab und zu ein "Gehst her!" zurufen muß.
Monday, July 12. 2010
Klappentext
Allein im letzten Jahr wurden mindestens 40 Milliarden kriminell erwirtschaftete Euro in die deutsche Wirtschaft eingespeist. Entweder wird das Geld direkt in kriselnde Unternehmen gepumpt - oder aber das kriminelle Kapital wird über Strohmänner und korrupter Banker und Anwälte in Aktien, Fonds oder Unternehmen investiert. Gleichzeitig übernehmen seriöse Unternehmen die Praktiken der Mafia, um Konkurrenz auszuschalten.
Politik und Justiz schauen nicht nur zu, sondern schützen und unterstützen die kriminellen Strukturen auf vielfältige Weise. Jürgen Roth zeigt auf, wie diese verhängnisvolle Kooperation funktioniert und wie selbst Kontrollinstanzen, ob Staatsanwälte oder Wirtschaftskriminalisten, bewusst schwach gehalten werden. Er entlarvt Abgeordnete, die keine Ahnung haben, aber auf Druck von Lobbyisten Gesetze durchpeitschen, die der organisierten Wirtschaftskriminalität zugute kommen. Und er nimmt eine Wirtschaftselite ins Blickfeld, die mit Hilfe politischer Amigos mit Gangstern kooperiert, deren wirtschaftlicher und politischer Einfluss auch bei uns immer größer wird. Auf der Strecke bleiben Rechtsstaat, Demokratie und Milliarden an hinterzogenen Steuergeldern, die der öffentlichen Hand und damit den Bürgern fehlen.
Continue reading "Jürgen Roth: Gangsterwirtschaft"
Tuesday, June 29. 2010
Moncure Conway, in whose honour we are
assembled to-day, devoted his life to two great objects: freedom of thought and freedom of the individual. In regard to both these objects, something has been gained since his
time, but something also has been lost. New dangers, somewhat different in form from those of past ages, threaten both kinds of freedom, and unless a vigorous and vigilant
public opinion can be aroused in defence of them, there will be much less of both a hundred years hence than there is now. My purpose in this address is to emphasize the
new dangers and to consider how they can be met.
Let us begin by trying to be clear as to what we mean by "free thought." This expression has two senses. In its narrower
sense it means thought which does not accept the dogmas of traditional religion. In this sense a man is a "free thinker" if he is not a Christian or a Mussulman or a Buddhist or
a Shintoist or a member of any of the other bodies of men who accept some inherited orthodoxy. In Christian countries a man is called a " free thinker " if he does not decidedly
believe in God, though this would not suffice to make a man a "free thinker" in a Buddhist country.
I do not wish to minimize the importance of free thought in this sense. (...) But there is also a wider sense of "free
thought," which I regard as of still greater importance. Indeed, the harm done by traditional religions seems chiefly traceable to the fact that they have prevented free thought in
this wider sense. The wider sense is not so easy to define as the narrower, and it will be well to spend some little time in trying to arrive at its essence.
When we speak of anything as "free," our meaning is not definite unless we can say what it is free from. Whatever or whoever is "free" is not subject to some external compulsion, and to be precise we ought to say what this kind of compulsion is. Thus thought is "free" when it is free from certain kinds of outward control which are often
present. Some of these kinds of control which must be absent if thought is to be "free" are
obvious, but others are more subtle and elusive.
To begin with the most obvious. Thought is not "free" when legal penalties are incurred
by the holding or not holding of certain opinions, or by giving expression to one's
belief or lack of belief on certain matters. Very few countries in the world have as yet
even this elementary kind of freedom. In England, under the Blasphemy Laws, it is
illegal to express disbelief in the Christian religion, though in practice the law is not set
in motion against the well-to-do. It is also illegal to teach what Christ taught on the
subject of non-resistance. Therefore, whoever wishes to avoid becoming a criminal
must profess to agree with Christ's teaching, but must avoid saying what that teaching
was. In America no one can enter the country without first solemnly declaring that
he disbelieves in anarchism and polygamy ; and, once inside, he must also disbelieve in
communism. In Japan it is illegal to express disbelief in the divinity of the Mikado. It
will thus be seen that a voyage round the world is a perilous adventure. A Mohammedan, a Tolstoyan, a Bolshevik, or a Christian cannot undertake it without at some point
becoming a criminal, or holding his tongue about what he considers important truths.
This, of course, applies only to steerage passengers ; saloon passengers are allowed
to believe whatever they please, provided they avoid offensive obtrusiveness.
It is clear that the most elementary condition, if thought is to be free, is the absence
of legal penalties for the expression of opinions. No great country has yet reached
to this level, although most of them think they have. The opinions which are still
persecuted strike the majority as so monstrous and immoral that the general principle of
toleration cannot be held to apply to them.
Legal penalties are, however, in the modern world, the least of the obstacles to freedom of
thought. The two great obstacles are economic penalties and distortion of evidence. It
is clear that thought is not free if the profession of certain opinions makes it impossible to earn
a living. It is clear also that thought is not free if all the arguments on one side of a con-
troversy are perpetually presented as attractively as possible, while the arguments on the
other side can only be discovered by diligent search. Both these obstacles exist in every
large country known to me, except China, which is the last refuge of freedom. It is
these obstacles with which I shall be concerned - their present magnitude, the likelihood of their increase, and the possibility of
their diminution.
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