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Tuesday, June 28. 2011
Über die Anti-B-Mailingliste liefen ein paar Zitate aus dem Buch Julian Assange -Die Zerstörung von WikiLeaks? Anonymous... Info-Piraten versus Scientology, Pentagon und Finanzmafia von Gerd G. Rueger. Klingt auch nicht unbedingt so als würde man darin Neues lesen, aber immerhin hört es sich allein von den Überschriften her schonmal weitaus interessanter an als die restlichen Schinken zu Wikileaks. Hier die Auszüge bzw. Mail (Danke, tyyxx).
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Monday, January 24. 2011
Das wichtigste Buch des Jahres für mich ist Hermann Scheers "Zurück zur Politik: Die archimedische Wende gegen den Zerfall der Demokratie". Scheer schafft es auf 230 Seiten nicht nur, die Kernprobleme unserer Gesellschaft allesamt präzise und zitatreich in einen Gesamtkontext zu stellen, er gibt auch noch ganz konkrete "Handlungsanweisungen" bis ins Detail, die einleuchtender nicht sein können.
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Tuesday, January 11. 2011
Jürgen Roth - Gangsterwirtschaft
Pressestimmen via Amazon: "Roths düsteres Fazit: Eine Kultur von Geldgeschäften, die keine klare Grenze mehr kennt zwischen globalem Kapitalismus und organisierter Kriminalität, hat dafür gesorgt, dass Personen, die vor zehn, 15 Jahren noch Gangster pur waren, heute marktbeherrschende Aktionäre sind.[...] Gangsterwirtschaft ist Roths bislang politischstes Buch. [...] genau recherchiert und spannend geschrieben." (Andreas Förster, Berliner Zeitung, 6. Mai 2010) "Brisante Rechercheergebnisse!" (Martina Forsthuber, Trend - Das österreichische Wirtschaftsmagazin, Juli 2010) "Roth hat vermutlich wieder einen Bestseller geschrieben." (Marianne Körber, Süddeutsche Zeitung, 11. Juli 2010) "Einer der wenigen nachhaltig kritischen Autoren Deutschlands, der mit Präzision empfindlich wirtschaftspolitische Themen auf den literarischen Seziertisch bringt." (Frizz Darmstadt, Mai 2010)
Albrecht Müller - Meinungsmache
via Amazon: "Die Abrechnung mit Politik und Medien Nicht ohne Grund empfinden viele Menschen ein Unbehagen an der Politik: Denn die Politik wird über ihre Köpfe hinweg gemacht. Damit die Wähler trotzdem schlucken, was man ihnen vorsetzt, wird die öffentliche Meinung durch gesteuerte und bezahlte Kampagnen massiv beeinflusst. Albrecht Müller deckt auf, wer diese Kampagnen steuert und wie wir manipuliert werden. Ein Buch für alle, die sich das Denken nicht verbieten lassen."
Tom Schimmeck - Am Besten nichts Neues
via Amazon: "Während Zeit und Geld ständig knapper werden, in den Redaktionen und Korrespondenzbüros immer weniger Leute die gleiche Menge an Arbeit machen, wächst in Wirtschaft und Politik die Macht und Zahl der Spin-Doktoren, PR-Consultants, Agendasetter, Werber, Imageberater, Marktforscher, Eventmanager und Mediencoaches. Meinungen und Stimmungen werden gegen Geld von Profis gemacht. Ihre perfekt designten Bilder und Botschaften zielen direkt auf die Massen. Der unabhängige Journalist ist nur noch Störfaktor. Tom Schimmeck, seit dreißig Jahren Journalist für führende Medien, beschreibt Mechanismen der Gleichschaltung und Ursachen der Misere. Seine Bestandsaufnahme unserer defekten Öffentlichkeit zeigt: Wenn wir nicht bald irgendwo zwischen Putin und Berlusconi landen wollen, brauchen wir mehr denn je eine unabhängige, kritische vierte Gewalt im Staat."
Raj Patel - The Value of Nothing
via Amazon: "Raj Patel unterrichtet an den Universitäten von Berkeley, Kalifornien und KwaZulu-Natal, Südafrika. Er arbeitete für Weltbank und WTO und beriet die UNO. Später wandte er sich gegen seine früheren Arbeitgeber und veröffentlichte ein viel beachtetes Sachbuch zum Welternährungssystem („Stuffed and Starved: The Hidden Battle for the Global Food System“). Seit den 70er-Jahren wurde unser Wirtschaftssystem von den Fundamentalisten des freien Marktes bestimmt, die jede Art der Regulierung ablehnten. Viele glaubten ihnen, legten Geld an und konsumierten – oft auf Pump. Wir nannten es „Freiheit“, sind aber dabei, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören und unsere Zukunft zu verspielen. Was können wir jetzt tun, um das Ruder herumzureißen? „Das Gegenteil von Konsum ist nicht Sparsamkeit, sondern Großzügigkeit“, sagt Raj Patel. Was Not tut, ist nachhaltiges Wirtschaften und die Beachtung des Werts von sozialer Kooperation, Fairness, ökologischer und physischer Gesundheit. Dieses mitreißend geschriebene Buch zeigt mit zwingender Klarheit die Denkfehler des Systems und wie sie zu korrigieren sind."
Thomas Strobl: Ohne Schulden läuft nichts
via Amazon: "Strobl zeigt in seinem Buch, dass Wachstumszwang die kapitalistische Welt beherrscht und Schuldenmachen eine Investition in die Zukunft ist: Ein Albtraum, aber ein realer." (Börsenblatt)
Tuesday, November 2. 2010
QUOTE: Die ökonomische Rationalisierung der Arbeit bestand also nicht einfach darin, bereits existierende Produktionstätigkeiten methodischer und zweckmässiger zu machen, sie war eine Revolution, eine Umwälzung der Lebensweise, der Werte, der sozialen Beziehungen, und der Beziehung zur Natur. Sie war im vollen Wortsinn eine Erfindung von etwas vorher noch nie dagewesenem. Die produktive Tätigkeit wurde von ihrem Sinn, ihren Motivationen und ihrem Gegenstand abgeschnitten, um statt dessen bloßes Mittel zum Geldverdienen zu werden. Sie hörte auf, Teil des Lebens zu sein, um stattdessen Mittel zum Lebensunterhalt zu werden. Arbeitszeit und Lebenszeit wurden von einander getrennt.
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Tuesday, October 19. 2010
QUOTE: Sie hielt sich für einen vollkommen normalen Menschen. Ihr Entschluß zu sterben hatte zwei einfache Gründe, und sicher würden viele Menschen sie verstehen, wenn sie sie in einer entsprechenden Erklärung darlegte.
Der erste Grund war: Ihr Leben verlief gleichförmig, und wenn die Jugend erst einmal vorbei war, würde es nur noch abwärtsgehen, sie würde altern, krank werden, Freunde verlieren. Letztlich würde Weiterleben nichts bringen, vermutlich nur mehr Leiden.
Der zweite Grund war: Veronika las die Zeitungen, sah fern und wußte, was in der Welt geschah. Nichts war so, wie es sein sollte, und sie konnte nichts dagegen tun. Und das gab ihr das Gefühl vollkommener Ohnmacht. (S.13)
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Tuesday, October 19. 2010
QUOTE: Dazu erklärten die Beschuldigten der Gruppe "Spur" im April 1962: "Die merkwürdige Übereinstimmung von Ost und West in den subtilen Mitteln der Unterdrückung nicht-umfaßbarer Elemente wird immer offensichtlicher, womit unsere Überzeugung bestätigt wird, daß der Eiserne Vorhang doch vor allem dazu benutzt wird, verlogene Alternativen zu stellen, damit die Grundproblematiken nicht diskutiert werden müssen. Die heutige Jugend durchschaut instinktiv banale Projektionen und Scheinalternativen." (S.17)
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Monday, October 11. 2010
QUOTE: Er war von 1975 bis 1989 Redakteur der pädagogischen Monatszeitschrift Demokratische Erziehung und arbeitet seit 1989 als freier Autor, Berater und Lehrbeauftragter an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln.
Werner Rügemer ist ein Experte auf dem Feld der Banken- und Unternehmenskriminalität. Mit seinen Veröffentlichungen, Vorträgen, Hörfunk-Interviews und gelegentlichen Fernsehauftritten wurde er im deutschsprachigen Raum bekannt. In dem dokumentarischen Kino-Film Let's make money (Regie: Erwin Wagenhofer) erläutert er den Verkauf der Wiener Straßenbahnen im Rahmen eines Cross-Border-Leasing-Vertrages.
Werner Rügemer war vom 5. Mai 2007 bis zum 16. Mai 2009 Vorsitzender von Business Crime Control; er ist Mitglied von Transparency International, der International Gramsci Society, des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di, des P.E.N.-Zentrums Deutschland und des wissenschaftlichen Beirates von attac. (aus: Wikipedia)
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Wednesday, September 8. 2010
Gerade bei Google Books über Die Bundesrepublik Deutschland: eine Bilanz nach 60 Jahren (2008) gestolpert und quergelesen.
QUOTE: Historiker, Politologen, Ökonomen und Angehörige weiterer Disziplinen schreiben in diesem Werk zu zentralen Aspekten der Geschichte der Bundesrepublik und geben Ausblicke auf die Zukunftsfähigkeit des seit 1990 wiedervereinigten Deutschlands.
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Thursday, August 26. 2010
Wednesday, August 18. 2010
"Es wird hiermit eine neue Weise der Erkenntnisgewinnung vorgeschlagen: Kapitalistik, die Wissenschaft vom Kapitalismus."
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Monday, August 9. 2010
Heute erscheint das Buch Bertelsmannrepublik Deutschland, in dem sich Thomas Schuler mit den Machenschaften von Bertelsmann und den Verstrickungen in die Politik beschäftigt. Ein weiterer Baustein auf dem lange überfälligen Weg in die Zerschlagung eines der wesentlichen Macht- und Propagandazentren Deutschlands.
Thomas Schüler hatte auch mit seinem Buch Die Mohns über die Familie Mohn und die Firmengeschichte Bertelsmanns im Jahr 2005 für Aufsehen gesorgt (naja, Interesse in eh schon gebildeten Kreisen...), aber das aktuelle wird hoffentlich noch mehr auf Resonanz stoßen. Schön auch, dass die Bertelsmann-Stiftung so schnell mit ihrer Stellungnahme und einem wunderschönen Interview war.
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Monday, July 12. 2010
Klappentext
Allein im letzten Jahr wurden mindestens 40 Milliarden kriminell erwirtschaftete Euro in die deutsche Wirtschaft eingespeist. Entweder wird das Geld direkt in kriselnde Unternehmen gepumpt - oder aber das kriminelle Kapital wird über Strohmänner und korrupter Banker und Anwälte in Aktien, Fonds oder Unternehmen investiert. Gleichzeitig übernehmen seriöse Unternehmen die Praktiken der Mafia, um Konkurrenz auszuschalten.
Politik und Justiz schauen nicht nur zu, sondern schützen und unterstützen die kriminellen Strukturen auf vielfältige Weise. Jürgen Roth zeigt auf, wie diese verhängnisvolle Kooperation funktioniert und wie selbst Kontrollinstanzen, ob Staatsanwälte oder Wirtschaftskriminalisten, bewusst schwach gehalten werden. Er entlarvt Abgeordnete, die keine Ahnung haben, aber auf Druck von Lobbyisten Gesetze durchpeitschen, die der organisierten Wirtschaftskriminalität zugute kommen. Und er nimmt eine Wirtschaftselite ins Blickfeld, die mit Hilfe politischer Amigos mit Gangstern kooperiert, deren wirtschaftlicher und politischer Einfluss auch bei uns immer größer wird. Auf der Strecke bleiben Rechtsstaat, Demokratie und Milliarden an hinterzogenen Steuergeldern, die der öffentlichen Hand und damit den Bürgern fehlen.
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Tuesday, June 29. 2010
Moncure Conway, in whose honour we are
assembled to-day, devoted his life to two great objects: freedom of thought and freedom of the individual. In regard to both these objects, something has been gained since his
time, but something also has been lost. New dangers, somewhat different in form from those of past ages, threaten both kinds of freedom, and unless a vigorous and vigilant
public opinion can be aroused in defence of them, there will be much less of both a hundred years hence than there is now. My purpose in this address is to emphasize the
new dangers and to consider how they can be met.
Let us begin by trying to be clear as to what we mean by "free thought." This expression has two senses. In its narrower
sense it means thought which does not accept the dogmas of traditional religion. In this sense a man is a "free thinker" if he is not a Christian or a Mussulman or a Buddhist or
a Shintoist or a member of any of the other bodies of men who accept some inherited orthodoxy. In Christian countries a man is called a " free thinker " if he does not decidedly
believe in God, though this would not suffice to make a man a "free thinker" in a Buddhist country.
I do not wish to minimize the importance of free thought in this sense. (...) But there is also a wider sense of "free
thought," which I regard as of still greater importance. Indeed, the harm done by traditional religions seems chiefly traceable to the fact that they have prevented free thought in
this wider sense. The wider sense is not so easy to define as the narrower, and it will be well to spend some little time in trying to arrive at its essence.
When we speak of anything as "free," our meaning is not definite unless we can say what it is free from. Whatever or whoever is "free" is not subject to some external compulsion, and to be precise we ought to say what this kind of compulsion is. Thus thought is "free" when it is free from certain kinds of outward control which are often
present. Some of these kinds of control which must be absent if thought is to be "free" are
obvious, but others are more subtle and elusive.
To begin with the most obvious. Thought is not "free" when legal penalties are incurred
by the holding or not holding of certain opinions, or by giving expression to one's
belief or lack of belief on certain matters. Very few countries in the world have as yet
even this elementary kind of freedom. In England, under the Blasphemy Laws, it is
illegal to express disbelief in the Christian religion, though in practice the law is not set
in motion against the well-to-do. It is also illegal to teach what Christ taught on the
subject of non-resistance. Therefore, whoever wishes to avoid becoming a criminal
must profess to agree with Christ's teaching, but must avoid saying what that teaching
was. In America no one can enter the country without first solemnly declaring that
he disbelieves in anarchism and polygamy ; and, once inside, he must also disbelieve in
communism. In Japan it is illegal to express disbelief in the divinity of the Mikado. It
will thus be seen that a voyage round the world is a perilous adventure. A Mohammedan, a Tolstoyan, a Bolshevik, or a Christian cannot undertake it without at some point
becoming a criminal, or holding his tongue about what he considers important truths.
This, of course, applies only to steerage passengers ; saloon passengers are allowed
to believe whatever they please, provided they avoid offensive obtrusiveness.
It is clear that the most elementary condition, if thought is to be free, is the absence
of legal penalties for the expression of opinions. No great country has yet reached
to this level, although most of them think they have. The opinions which are still
persecuted strike the majority as so monstrous and immoral that the general principle of
toleration cannot be held to apply to them.
Legal penalties are, however, in the modern world, the least of the obstacles to freedom of
thought. The two great obstacles are economic penalties and distortion of evidence. It
is clear that thought is not free if the profession of certain opinions makes it impossible to earn
a living. It is clear also that thought is not free if all the arguments on one side of a con-
troversy are perpetually presented as attractively as possible, while the arguments on the
other side can only be discovered by diligent search. Both these obstacles exist in every
large country known to me, except China, which is the last refuge of freedom. It is
these obstacles with which I shall be concerned - their present magnitude, the likelihood of their increase, and the possibility of
their diminution.
Tuesday, June 29. 2010
The great majority of men and women, in ordinary times, pass through life without ever contemplating
or criticizing, as a whole, either their own conditions or those of the world at large. They find themselves
born into a certain place in society, and they accept what each day brings forth, without any effort of
thought beyond what the immediate present requires. Almost as instinctively as the beasts of the field,
they seek the satisfaction of the needs of the moment, without much forethought, and without considering
that by sufficient effort the whole conditions of their lives could be changed. A certain percentage, guided
by personal ambition, make the effort of thought and will which is necessary to place themselves among
the more fortunate members of the community ; but very few among these are seriously concerned to secure
for all the advantages which they seek for themselves. It is only a few rare and exceptional men who have
that kind of love towards mankind at large that makes them unable to endure patiently the general mass
of evil and suffering, regardless of any relation it may have to their own lives. These few, driven
by sympathetic pain, will seek, first in thought and then in action, for some way of escape, some new
system of society by which life may become richer, more full of joy and less full of preventable evils than
it is at present. But in the past such men have, as a rule, failed to interest the very victims of the
injustices which they wished to remedy. The more unfortunate sections of the population have been
ignorant, apathetic from excess of toil and weariness, timorous through the imminent danger of immediate
punishment by the holders of power, and morally unreliable owing to the loss of self-respect resulting
from their degradation. To create among such classes any conscious, deliberate effort after general ameliora-
tion might have seemed a hopeless task, and indeed in the past it has generally proved so. But the
modern world, by the increase of education and the rise in the standard of comfort among wage-earners,
has produced new conditions, more favourable than ever before to the demand for radical reconstruction.
Monday, May 10. 2010
QUOTE: "Wenn die Täter krank sind – und man hat Grund daran festzuhalten –, so sind sie nicht kränker als die Gesellschaft, in der sie (und wir) leben."
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