|
Thursday, March 10. 2011
In den Diskussionen um Vorratsdatenspeicherung, Internetzensur, Urheberrecht und so weiter vermisse ich eine grundsätzliche Rückbesinnung auf die Grundlagen des Internets. Gerade heutzutage, wo eigentlich jeder "das Internet" nutzt, scheint das Wissen nur noch bei denen zu existieren, die noch auf der technischen Ebene arbeiten. Um aber zu verstehen, wieso gerade die technische Ebene eine so elementare Grundlage ist, muss man ein klein wenig ausholen.
Continue reading "Nachdenken über das Internet"
Friday, February 25. 2011
QUOTE: Ziel dieses Textes ist es, Anregungen und Hilfestellungen für eine selbstorganisiertere (d.h. effektivere und produktivere) emeinsame Arbeitsstruktur und -kultur anzubieten. Über die folgenden Hinweise für die bessere Gestaltung von Treffen hinaus gibt es sicher viele weitere wichtige Empfehlungen, Tipps und Ratschläge. Das Besondere an der hier vorliegenden Zusammenfassung ist, dass sie auf der Basis eines emanzipatorischen Anspruchs geschrieben wurde. Die hier zusammengetragenen Gedanken und Hinweise sind im Wesentlichen Ergebnis und Zusammenfassung meiner langjährigen Praxiserfahrung. (Peter Wolf)
Continue reading "besser treffen 3.0"
Sunday, February 6. 2011
QUOTE: "Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr als das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein."
"Unternehmungen monopolartigen Charakters, Unternehmungen, die einen bestimmte Größe überschreiten müssen, verleihen eine wirtschaftliche und damit eine politische Macht, die die Freiheit im Staate gefährden kann. Dieser Gefahr muss dadurch vorgebeugt werden, dass entsprechende Kartellgesetze erlassen werden. Darüber hinaus soll bei diesen Unternehmungen das machtverteilende Prinzip eingeführt werden, damit jede mit dem Gemeinwohl unverträgliche Beherrschung wesentlicher Wirtschaftszweige durch den Staat, Privatpersonen oder Gruppen ausgeschlossen wird. Zu diesem Zweck sollen öffentliche Körperschaften wie Staat, Land, Gemeinde, Gemeindeverbände, ferner Genossenschaften und die im Betrieb tätigen Arbeitnehmer an diesen Unternehmungen beteiligt werden; der dringend notwendigen Unternehmerinitiative ist der erforderliche Spielraum zu belassen. Weiter soll bei solchen Unternehmungen der private Aktienbesitz, der in einer Hand dem Eigentum oder dem Stimmrecht nach vereinigt ist, in der Höhe gesetzlich begrenzt werden. In den Betrieben, in denen wegen ihrer Größe das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Unternehmer nicht mehr auf einer persönlichen Grundlage beruht, ist ein Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer an den grundlegenden Fragen der wirtschaftlichen Planung und sozialen Gestaltung sicherzustellen."
Continue reading "Ahlener Programm der CDU von 1947"
Monday, January 24. 2011
Das wichtigste Buch des Jahres für mich ist Hermann Scheers "Zurück zur Politik: Die archimedische Wende gegen den Zerfall der Demokratie". Scheer schafft es auf 230 Seiten nicht nur, die Kernprobleme unserer Gesellschaft allesamt präzise und zitatreich in einen Gesamtkontext zu stellen, er gibt auch noch ganz konkrete "Handlungsanweisungen" bis ins Detail, die einleuchtender nicht sein können.
Continue reading "Buchtipp: Zurück zur Politik: Gegen den Zerfall der Demokratie"
Wednesday, January 19. 2011
Neben der Tabelle über politische und industrielle Klüngeleien habe ich eine Zeitlang eine "Todo"-List interessanter Persönlichkeiten und Organisationen geführt, die man mal näher unter die Lupe nehmen und in die Tabelle mit aufnehmen sollte.
Continue reading "Verstrickungen: Offene Todo-Liste"
Friday, January 14. 2011
QUOTE: Die Folge wird sein, dass in 20 oder 25 Jahren die dann nächste Generation fragen wird: Konnte die Welt wirklich nicht einigermassen lebensfähig erhalten werden? Und die Antwort wird sein, wenn es so weitergeht wie bisher: Es wäre zwar möglich gewesen, wenn es nicht den internationalen Wettbewerbsbedingungen widersprochen hätte, wenn es nicht den wirtschaftlichen Idiologien, dem Marktprinzip, widersprochen hätte.
Continue reading "Hermann Scheer im Gespräch: Die archimedische Wende gegen den Zerfall der Demokratie"
Thursday, January 13. 2011
Ich hatte mal eine Liste angefangen mit dem Ziel, politische und industrielle Verstrickungen zu visualisieren. Relativ willkürlich habe ich mit Bertelsmann und der Initiative Neue Marktwirtschaft angefangen, und immer wenn mir irgendeine Verbindung untergekommen ist habe ich sie in die Tabelle aufgenommen. Der ursprüngliche Plan war:
- auf einer Website möglichst einfach das Hinzufügen und Bearbeiten ermöglichen
- automatisiert Beziehungen und Positionen aus Wikipedia und anderen Seiten extrahieren
- mit Graphwerkzeugen wie z.B. Cytoscape oder Gephi visualisieren
Jetzt liegt die angefangene Tabelle schon seit über einem halben Jahr ungenutzt rum, ich bin einfach nicht mehr dazu gekommen daran weiterzubasteln. Und bevor sie vollends verschütt geht, vielleicht inspiriert sie jemanden? Es sind immerhin 1221 Einträge zustande gekommen.
Continue reading "Verstrickungen: INSM, Bertelsmann, BürgerKonvent, Berger Lahnstein Middelhoff, ..."
Tuesday, January 11. 2011
Jürgen Roth - Gangsterwirtschaft
Pressestimmen via Amazon: "Roths düsteres Fazit: Eine Kultur von Geldgeschäften, die keine klare Grenze mehr kennt zwischen globalem Kapitalismus und organisierter Kriminalität, hat dafür gesorgt, dass Personen, die vor zehn, 15 Jahren noch Gangster pur waren, heute marktbeherrschende Aktionäre sind.[...] Gangsterwirtschaft ist Roths bislang politischstes Buch. [...] genau recherchiert und spannend geschrieben." (Andreas Förster, Berliner Zeitung, 6. Mai 2010) "Brisante Rechercheergebnisse!" (Martina Forsthuber, Trend - Das österreichische Wirtschaftsmagazin, Juli 2010) "Roth hat vermutlich wieder einen Bestseller geschrieben." (Marianne Körber, Süddeutsche Zeitung, 11. Juli 2010) "Einer der wenigen nachhaltig kritischen Autoren Deutschlands, der mit Präzision empfindlich wirtschaftspolitische Themen auf den literarischen Seziertisch bringt." (Frizz Darmstadt, Mai 2010)
Albrecht Müller - Meinungsmache
via Amazon: "Die Abrechnung mit Politik und Medien Nicht ohne Grund empfinden viele Menschen ein Unbehagen an der Politik: Denn die Politik wird über ihre Köpfe hinweg gemacht. Damit die Wähler trotzdem schlucken, was man ihnen vorsetzt, wird die öffentliche Meinung durch gesteuerte und bezahlte Kampagnen massiv beeinflusst. Albrecht Müller deckt auf, wer diese Kampagnen steuert und wie wir manipuliert werden. Ein Buch für alle, die sich das Denken nicht verbieten lassen."
Tom Schimmeck - Am Besten nichts Neues
via Amazon: "Während Zeit und Geld ständig knapper werden, in den Redaktionen und Korrespondenzbüros immer weniger Leute die gleiche Menge an Arbeit machen, wächst in Wirtschaft und Politik die Macht und Zahl der Spin-Doktoren, PR-Consultants, Agendasetter, Werber, Imageberater, Marktforscher, Eventmanager und Mediencoaches. Meinungen und Stimmungen werden gegen Geld von Profis gemacht. Ihre perfekt designten Bilder und Botschaften zielen direkt auf die Massen. Der unabhängige Journalist ist nur noch Störfaktor. Tom Schimmeck, seit dreißig Jahren Journalist für führende Medien, beschreibt Mechanismen der Gleichschaltung und Ursachen der Misere. Seine Bestandsaufnahme unserer defekten Öffentlichkeit zeigt: Wenn wir nicht bald irgendwo zwischen Putin und Berlusconi landen wollen, brauchen wir mehr denn je eine unabhängige, kritische vierte Gewalt im Staat."
Raj Patel - The Value of Nothing
via Amazon: "Raj Patel unterrichtet an den Universitäten von Berkeley, Kalifornien und KwaZulu-Natal, Südafrika. Er arbeitete für Weltbank und WTO und beriet die UNO. Später wandte er sich gegen seine früheren Arbeitgeber und veröffentlichte ein viel beachtetes Sachbuch zum Welternährungssystem („Stuffed and Starved: The Hidden Battle for the Global Food System“). Seit den 70er-Jahren wurde unser Wirtschaftssystem von den Fundamentalisten des freien Marktes bestimmt, die jede Art der Regulierung ablehnten. Viele glaubten ihnen, legten Geld an und konsumierten – oft auf Pump. Wir nannten es „Freiheit“, sind aber dabei, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören und unsere Zukunft zu verspielen. Was können wir jetzt tun, um das Ruder herumzureißen? „Das Gegenteil von Konsum ist nicht Sparsamkeit, sondern Großzügigkeit“, sagt Raj Patel. Was Not tut, ist nachhaltiges Wirtschaften und die Beachtung des Werts von sozialer Kooperation, Fairness, ökologischer und physischer Gesundheit. Dieses mitreißend geschriebene Buch zeigt mit zwingender Klarheit die Denkfehler des Systems und wie sie zu korrigieren sind."
Thomas Strobl: Ohne Schulden läuft nichts
via Amazon: "Strobl zeigt in seinem Buch, dass Wachstumszwang die kapitalistische Welt beherrscht und Schuldenmachen eine Investition in die Zukunft ist: Ein Albtraum, aber ein realer." (Börsenblatt)
Wednesday, January 5. 2011
QUOTE: Irgendwie muss ich ja klarkommen mit dieser Schizophrenie der Vereinten Nationen: Erst rauben die Liberalisierungsprogramme ihrer Weltbank den Bauern die Existenzgrundlage, und hinterher nehme ich für den Menschenrechtsrat den Schaden auf.
Interview mit Jean Ziegler (Die Zeit, 30. Dezember 2010)
Saturday, December 11. 2010
Wie lässt sich die Krise der Eurozone in den allgemeinen globalen Krisenkontext einordnen? Welche systemischen Widersprüche lassen nun die Weltwirtschaftskrise zu einer Schuldenkrise mutieren? Was löste überhaupt diesen Krisenprozess aus und wann begann er eigentlich?
Hiermit stelle ich den Text meines Referats zur Weltwirtschaftskrise zur freien Verfügung, das sich u.A: mit den obigen Fragen beschäftigte und das ich im November 2010 in Berlin, Hannover und Köln gehalten habe. Der Text wurde vor der Eskalation der Schuldenkrise in Irland geschrieben.
Continue reading "Tomasz Konicz über die Weltwirtschaftskrise"
Saturday, December 4. 2010
QUOTE: Natürlich sind wir nicht käuflich. Wir nehmen auch nicht alles Geld für jeden Zweck. Aber wir wollen schon «Bitte» sagen, und auf der anderen Seite «Danke». (TUM-Präsident Herrmann)
Continue reading "Universitätsstiftung TU München"
Thursday, December 2. 2010
QUOTE: Das oberste 1% der Einkommensbezieher in den USA hat vor der Krise 1929 25% des Gesamteinkommens erhalten - nicht Vermögen, allein 25% des Einkommens. Bis 1975 ist der Anteil des Einkommens dann auf 7% gesunken und bis vor der Krise 2009 wieder auf 28% angestiegen.(Heiner Flassbeck, 20. Pleisweiler Gespräche)
Continue reading "Heiner Flassbeck zu den Gründen der Wirtschaftskrise"
Tuesday, November 30. 2010
QUOTE: Greisers Forderung kommt im Januar 1983. Zu spät: Seit Oktober 1982 heißt der Kanzler Helmut Kohl. Den Regierungswechsel, sagt Peter Schönhöfer, habe er "um exakt fünf Tage überlebt". Dann ist Schluss für ihn im BGA. Seither darf sich dort niemand mehr für Duogynon interessieren.
Continue reading "Schering, CDU, Duogynon"
Monday, November 15. 2010
QUOTE: Da Proklamation allein keinen wirksamen Schutz der Menschenrechte darstellen, haben wir das tatsächliche Problem noch vor uns: Es besteht darin, die richtigen Maßnahmen zu ihrem effektiven Schutz zu ersinnen. Dies wird ein dornenreicher Weg sein, auf dem wir zwei Arten von Wanderern treffen werden: solche, die wissen wo es langgeht, denen aber die Füße gebunden sind, und solche, die ihre Füße frei bewegen können, die aber leider verbundene Augen haben.
Continue reading "Menschenrechte, UN und Realität"
Monday, November 15. 2010
QUOTE: Ich muss darauf hinweisen, dass die Mitverantwortung für Pakistans Strukturen eben auch durchaus bei uns liegt. Wir haben die Diktatur massiv mit unterstützt, als westliches Ausland, mit Waffen, mit Geld, mit allem möglichen, weil man die Diktatur brauchte gegen die Sowjetunion in Afghanistan. Wir haben den General und Diktator Musharraf wegen des Kriegs gegen den Terror wesentlich unterstützt und finanziert, das hat jetzt allein, weiß ich jetzt nicht, 14 Milliarden US Dollar an Hilfe seit 2001 gegeben. Wir haben also immer, wenn wir an Pakistan dachten, weniger demokratische Strukturen gefördert, weil dann würde man möglicherweise Instabilität fördern, dann würde man die westlichen Interessen beschädigen. Die meisten Pakistaner sind ja beispielsweise für ihr Atomprogramm und nicht dagegen. Wir haben immer die Wahl für Stabilität und gegen Demokratie und Mitbestimmung getroffen, und das hat sich natürlich auch so niedergeschlagen, dass es in dem Land viel Korruption, Unfähigkeit, und wirklich ganz widerlich verformte Machtstrukturen gibt. (PD Dr. Jochen Hippler, Politikwissenschaftler, Institut für Entwicklung und Frieden, Universität Duisburg)
Continue reading "Die Wahl für Stabilität und somit gegen Demokratie"
|