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Buch #0.1 – Woody Allen: Pure Anarchie

In meiner Reihe “50 Bücher für 2008” beginne ich mit einigen Büchern, die leider nicht gewertet werden können. Bei diesem Buch hier bin ich eigentlich ganz froh darüber – es ist einfach zu grottig. Zu Weihnachten bekommen, kurze Zeit später angefangen (deshalb zählt es nicht), dann unmittelbar zur Klolektüre für schlechte Zeiten umfunktioniert – wenn die c’t und die taz also bereits ausgelesen sind und einem nichts anderes übrig bleibt. Neue Klolektüre übrigens (und das ist nicht abwertend gemeint): “Martin Hecht: Deutsche Unsitten”.
Ich mag Woody Allen ja. Gerade frühere Filme, aber auch noch “Small Time Crooks” und meinetwegen “The Curse of the Jade Scorpion”. Aber ich muß sagen, die neueren Hollywood-Schinken von ihm sind auch nichts besonderes mehr, und seit dem Buch, tut mir leid, habe ich den Respekt verloren.
Klappentext:
[quote]Endlich sind sie da, die neuen Stories vom “fröhlichsten Neurotiker unserer Zeit”! Mit Filmen wie Annie Hall und Manhattan wurde Woody Allen zu [i]dem[/i] Portraitisten New Yorks und seiner Bewohner. Wer glaubt, Allens Texte seien lediglich Nebenprodukte, der irrt. Wieder erweist sich der große Regisseur als Meister der Worte. Seine Phantasie ist ein Wirbelsturm, der die ganze Welt in sich hereinsaugt und wieder ausspuckt: als groteske Schaubude, als Slapstick und Farce. Fünfundzwanzig Jahre ist nichts von ihm erschienen, nun ist der begnadete Erzähler Woody Allen zurück.[/quote]
Anfangs dachte ich noch, die Texte könnten ja eventuell noch lustig sein… für Insider. Aber, ohne noch große Worte zu verlieren, zitiere ich einen wahllos ausgesuchten Abschnitt aus dem Buch, dann kann sich jeder selbst ein Bild machen. So “lustig” ist das gesamte Buch.
[quote]Ich erwähnte den Aminatapilz, der spurlos töten kann, doch Sam verwarf diese Möglichkeit. “Es gab nur einen Bioladen, der wirklich todbringende Pilze angeboten hat, aber der hat vor Jahren dichtgemacht, als rauskam, dass sie nicht aus ökologischem Anbau stammten.”
Ich dankte Sam und rief Lou Watson an, der ganz aufgekratzt war, weil er am Tatort einen astreinen Satz Fingerabdrücke gesichert hatte, die er in einem anderen Bezirk prompt gegen ein paar seltene und ziemlich wertvolle Fingerabdrücke von Enrico Caruso hatte tauschen können. Lou sagte, das Labor habe ein Haar entdeckt. Und eine kahle Stelle. Das Haar führte dummerweise zu einem achtjährigen Kind, und die Kahlstelle ließ sich neun Männern in der ersten Reihe einer Stripshow zuordnen, die alle über ein wasserdichtes Alibi verfügten.
Im Präsidium redete ich ein paar Takte mit Ben Rogers, der mein Mentor ist und die Yuppie-Restaurant-Morde aufgeklärt hat, bei denen die Opfer erschossen und dann leicht mit Limone und frischer Minze bestreut wurden. Ben hatte gewartet, bis dem Mörder die frische Minze ausging und er auf gehackte Walnüsse ausweichen musste, die anhand ihrer Seriennummern zurückverfolgt werden konnten.
“Erzähl mir von den Opfern”, sagte ich. “Hatten sie Feinde?”
“Klar hatten sie Feinde”, sagte Ben, “aber ihre Feinde waren alle im Mar-A-Lago in Palm Beach. Da fand ein großer Feindkongreß statt, an dem so gut wie jeder Feind von der Ostküste teilnahm.”[/quote]
Ohne Worte.