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Buch #5 – Rocko Schamoni: Dorfpunks

Trotz der 10 Jahre Differenz zwischen dem Dorfleben des Erzählers und der eigenen Jugend erstaunlich, wie wenig sich in der Zeit getan hat. Klar, einige Kleinigkeiten, er ist zum Beispiel ohne die Welle an Euro Dance und Euro Techno der 90er Jahre ausgekommen. Auch hatte ich leider nicht die Gelegenheit, die Goldenen Zitronen oder die Toten Hosen vor ihrem Bekanntwerden kennen zu lernen – geschweige denn danach. Das Buch ist wie ein Blick in die eigene Vergangenheit, und alle paar Zeilen fühlt man sich zurückversetzt. Da kommen Erinnerungen wieder hoch, die man schon lange auf dem Dachboden der Zeit eingemottet hatte.
Prügeln. Selbstgebastelte Böller. Luftwaffen. Labyrinth im Heu. Cola Rum. Mofa. Mädchen. Apfelkorn. Blutsbrüderschaft. Zerissene Jeans. Ängste. Rumhängen. Nachts ewig weit laufen. Und Musik. Viel Musik. [i]Pause. Rotwein. Zigarette. Die alte “Porsche Genscher Hallo HSV” aus dem Regal holen und entstauben.[/i]
[quote]Ganz grob gesehen besteht mein Leben aus zwei Teilen.
Aus meiner Kindheit und dem Rest.
Der Rest begann, als ich circa zwölf Jahre alt war.
Davor war meiner Erinnerung nach alles in Ordnung, irgendwie alles normal. Ich war ganz in der Welt, ich sah mich nicht getrennt, reflektierte nicht über sie, nahm sie, wie sie war, freute mich über das meiste, benutzte zur Kommunikation die Sprache, mit der ich aufgewachsen war, die man mir beigebracht hatte. Eine ziemlich ideale Welt. Eine Zen-Welt. Eine Welt in Watte.
Dann aß ich vom Baum der Erkenntnis und wurde aus dem Paradies vertrieben.[/quote]
Ingesamt sehr sympathisch und amüsant geschrieben. Lesen!