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Buch #7 – John Twelve Hawks: Traveler

Zutaten: Man nehme ein wenig Verschwörungstheorie – Geheimbünde, Templer, Religionen – also bereits ausgiebig am Publikum erprobtes Material, und mische es mit einer Prise momentaner Überwachungs-Paranoia. Obendrauf das geheimnisvolle Leben des Autors “außerhalb des Rasters”, der Interviews wenn überhaupt nur über “mehrere nicht zurückverfolgbare” Satellitenverbindungen führt, schon konnte man sich des Erfolgs sicher sein. Anscheinend so sicher, dass John Twelve Hawks bei Random House gleich mal einen schönen Vertrag bekommen hat: 3 Bände werden erscheinen, online gefälschte [url=http://judithstrand.blogspot.com/]Blogs[/url] und [url=http://www.hollismartialarts.com/]Webseiten[/url] [url=http://www.evergreen-foundation.com/]von[/url] [url=http://www.resurrectionautoparts.com/]Protagonisten[/url] zu Werbezwecken, Hörbuch, weltweite Veröffentlichung, dickes Paket also. Dass man dann die Geschichten um das angebliche Erstlingswerk nicht so ganz glauben möchte, es gar Gerüchte gibt wie “Dan Brown ist John Twelve Hawks”, das wundert einen nicht.
Zum Buch selbst: Die Meinungen gehen auseinander, von [url=http://www.arnebrodowski.de/blog/174-John-Twelve-Hawks-Traveler.html]unbedingt lesen[/url] über [url=http://jungle-world.com/seiten/2006/11/7391.php]schlechtester Roman des Jahres[/url] oder gar [url=http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22156/1.html]sinnlosester Bestseller aller Zeiten[/url] ist alles vertreten, bei mir reicht es zu einem besseren “mittelmässig”. Das erste Drittel empfand ich als schleppend und wenig einfallsreich, aber irgendwie möchte man ja dann doch wissen wie es weitergeht. Erinnert durchaus an Dan Brown, von dem sich ja auch alles gleich liest (“kennste einen kennste alle”). Leichte Lektüre, trotz der Dicke auch flott durchgelesen, gut was für unterwegs. Wer Verschwörungstheorien mag und sich an etwas flachen Storylines nicht stört, dem sei das Buch durchaus empfohlen. Die 9 Euro fürs Taschenbuch waren jedenfalls nicht unbedingt rausgeschmissenes Geld, ich wurde unterhalten, und ich werde die Fortsetzungen lesen – vielleicht dann aber aus der Bücherei und nicht gekauft, und auf keinen Fall als teure gebundene Ausgabe.
Liest sich alles in allem ein wenig wie ein Buch zum Film, da wundert es kaum, dass die Filmrechte auch bereits verhökert sind.
[quote]Selbst der unbegabteste Geschichtsstudent wird einsehen, dass der Mensch gierig, impulsiv und grausam ist. Benthams Gefängnis hat uns jedoch gezeigt, dass soziale Kontrolle möglich ist, verfügt man über die richtigen Technologien. Es ist nicht notwendig, an jeder Ecke einen Polizisten zu postieren. Alles, was man braucht, ist ein virtuelles [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Panopticon]Panopticon[/url], mit dessen Hilfe die Bevölkerung überwacht werden kann. Man braucht sie nicht im wörtlichen Sinne ständig im Auge zu haben; die Massen müssen sich lediglich mit der Möglichkeit der Überwachung und der Unabwendbarkeit von Strafe abfinden. Die Struktur, das System, die implizite Drohung müssen zum Lebensumstand werden. Indem die Leute ihre Vorstellungen von Privatsphäre aufgeben, ermöglichen sie eine friedfertige Gesellschaft.[/quote]
[quote]Heutzutage haben die Leute Angst vor der Welt, in der sie leben, und diese Angst lässt sich leicht verstärken und aufrechterhalten. Die Leute wollen in unserem Panoticon leben. Wir werden wie gute Hirten über sie wachen, sie beobachten, kontrollieren und vor dem Unbekannten schützen. Außerdem kriegen sie von dem Gefängnis kaum etwas mit. Für Unterhaltung wird gesorgt. Ein Krieg im Nahen Osten. Ein Promiskandal. Die Fußballweltmeisterschaft, der Super Bowl. Medikamente, sowohl illegal als auch auf Rezept. Werbung. Ein neuer Hit. Neue Mode. Es mag Angst sein, die die Leute in unser Panopticon treibt, aber solange sie drinnen sind, werden sie bestens unterhalten.[/quote]
Eine ausführliche Renzension mit viel Inhaltsangabe (wer’s mag…) gibt’s übrigens bei [url=http://blog.kairaven.de/archives/684-J12-Hawks-Traveler.html]Ravenhorst[/url].