FU Berlin – Eine Gegendarstellung


Unter Anleitung des früheren Präsidenten der FU-Berlin und Botschafters der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, Prof. Dr. Dieter Lenzen, wandelte sich die Freie Universität Berlin in den letzten Jahren zu einer bundesdeutschen Vorreiterin der „unternehmerischen Hochschule“. Im Zuge dieser Entwicklung, den 2008 stattfindenden Feierlichkeiten des 60-jährigen Jubiläums und dem Erlangen des Exzellenzstatus, beauftragte das Präsidium eine Filmproduktionsfirma, „ihre“ Universität filmisch zu portraitieren. Das Resultat war ein ca. 11 Minuten andauernder Imagefilm, der auf einzigartige Weise die FU-Berlin als eine „internationale Netzwerkuniversität“ glorifizierte.
Mit sonnendurchfluteten Bildern der neuen philologischen Bibliothek, ständig lächelnden StudentInnen, High-Tech-Seminarräumen und nicht zuletzt begeisterten ProfessorInnen erzählt dieser Werbefilm von „einzigartiger“ Fächervielfalt, angenehmen Studienbedingungen und erfolg-reicher Drittmittelakquise.
Diese realitätsferne und bloße, propagandistische Werbemaßnahme diente als Grundlage für die filmische Reportage „FU- Eine Gegendarstellung“. Der Film stellt die 2005 begonnenen Umstrukturierungsprozesse der deutschen Hochschullandschaft am Beispiel der FU-Berlin vor, die sich in besonderer Weise durch das aggressive Umsetzen des Bologna-Prozesses, der Einführung neuer Leitungsstrukturen und einer generellen Ökonomisierung des Hochschulraums verdient machte.